Vergleich von No-Code-Plattformen für Business-Apps
Für Business-Apps gehören Google AppSheet, Microsoft Power Apps, Glide, FlutterFlow und Bubble zu den relevanten No-Code- beziehungsweise Low-Code-Plattformen. AppSheet eignet sich besonders für Unternehmen mit Google Workspace und tabellenbasierten Prozessen.

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Für Business-Apps gehören Google AppSheet, Microsoft Power Apps, Glide, FlutterFlow und Bubble zu den relevanten No-Code- beziehungsweise Low-Code-Plattformen. AppSheet eignet sich besonders für Unternehmen mit Google Workspace und tabellenbasierten Prozessen. Power Apps passt häufig besser in eine Microsoft-365- und Dataverse-Umgebung. Glide ermöglicht einen schnellen Aufbau interner Tools. FlutterFlow bietet mehr Freiheit bei individuell gestalteten mobilen Apps, während Bubble für umfangreichere Webplattformen und komplexe Geschäftslogik infrage kommt.
Die richtige Plattform hängt vor allem von vorhandenen Datenquellen, Nutzerzahlen, Sicherheitsanforderungen, Integrationen und dem gewünschten Veröffentlichungsweg ab.
Was ist eine No-Code-Business-App?
Eine No-Code-Business-App bildet einen betrieblichen Ablauf über visuelle Werkzeuge ab. Unternehmen können damit beispielsweise Prüfprotokolle, Freigaben, Kundenportale, Inventarlisten oder Außendienstprozesse digitalisieren, ohne die gesamte Anwendung klassisch zu programmieren.
No-Code bedeutet nicht, dass keine technische Konzeption nötig ist. Nutzerrollen, Datenbeziehungen, Zugriffsrechte und Automationen müssen weiterhin geplant werden. Bei komplexen Schnittstellen oder eigenen Funktionen kann außerdem zusätzlicher Code erforderlich werden.
No-Code-Plattformen für Business-Apps im Vergleich
| Plattform | Besonders geeignet für | Wichtige Stärke | Mögliche Grenze |
| Google AppSheet | Google Workspace, Tabellen und interne Prozesse | Datenanbindung und Automationen | Begrenztere freie Oberflächengestaltung |
| Microsoft Power Apps | Microsoft 365, Dataverse und Unternehmenssysteme | Governance und Microsoft-Integration | Lizenzierung kann komplex werden |
| Glide | Schnell umsetzbare interne Tools und Portale | Einfacher Einstieg und schnelle Ergebnisse | Weniger Freiheit bei sehr individuellen Apps |
| FlutterFlow | Mobile Kunden- und Service-Apps | Designfreiheit und exportierbarer Flutter-Code | Höherer Lern- und Planungsaufwand |
| Bubble | Komplexe Web-Apps und Plattformmodelle | Datenbank, Logik und Hosting in einem System | Stärkere Plattformbindung |
Die Tabelle ist eine erste Orientierung. Ein Tool kann nur sinnvoll bewertet werden, wenn der konkrete Datenfluss und die benötigten Nutzerrechte bekannt sind.
Google AppSheet eignet sich besonders für Unternehmen, die bereits mit Google Sheets, Google Drive oder anderen strukturierten Datenquellen arbeiten. Die Plattform unterstützt außerdem Microsoft Excel, Office 365, Salesforce, SQL-Datenbanken, REST-APIs und weitere Unternehmensdienste.
Formulare können unter anderem Standorte, Fotos, Unterschriften und Barcodes erfassen. Automationen versenden E-Mails oder Push-Nachrichten, verarbeiten Datenänderungen und können externe Workflows anstoßen.
AppSheet passt beispielsweise zu Wartungsprotokollen, Inventarverwaltung, Außendienstberichten und internen Freigaben. Für Anwendungen mit einem sehr individuellen Markenauftritt oder frei gestalteten Animationen ist die Plattform weniger flexibel.
Der Starter-Tarif beginnt aktuell bei 5 US-Dollar pro Nutzer und Monat, der Core-Tarif bei 10 US-Dollar. Enterprise Plus kostet laut offizieller Preisseite 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat und erweitert unter anderem Datenanbindungen, Sicherheits- und Governance-Funktionen.
Microsoft Power Apps für Microsoft-365-Umgebungen
Microsoft Power Apps ist häufig die naheliegende Lösung, wenn ein Unternehmen bereits Microsoft 365, SharePoint, Teams, Dynamics 365 oder Dataverse nutzt. Die Plattform kann Daten über vorgefertigte, eigene und lokale Konnektoren anbinden.
Power Apps eignet sich für interne Anwendungen wie Genehmigungsprozesse, Serviceformulare, Datenerfassung oder Verwaltungsoberflächen. Dataverse stellt eine zentrale Datenplattform für Unternehmensanwendungen bereit.
Ein Vorteil liegt in den Governance- und Verwaltungsfunktionen innerhalb der Microsoft Power Platform. Unternehmen können Zugriffe, Umgebungen und Datenquellen zentral steuern. Der organisatorische Nutzen ist besonders hoch, wenn Identitäten und Berechtigungen bereits über Microsoft verwaltet werden.
Der Power-Apps-Premium-Tarif kostet derzeit 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Ein kostenloser Developer Plan dient dem Erstellen und Testen, ist aber nicht für den regulären produktiven Einsatz gedacht.
Glide für schnell umsetzbare interne Tools
Glide richtet sich stark an Unternehmen, die aus Tabellen oder vorhandenen Geschäftsdaten schnell interne Anwendungen aufbauen möchten. Die Plattform bietet Komponenten, Workflows, API-Aufrufe und Anbindungen an Datenquellen wie Google Sheets, Airtable und Excel.
Typische Projekte sind interne Portale, einfache CRM-Systeme, Inventarlisten, Außendienstlösungen oder Aufgabenübersichten. Der visuelle Aufbau ist vergleichsweise leicht zugänglich. Dadurch lassen sich erste nutzbare Versionen schnell testen.
Glide-Anwendungen werden in erster Linie als responsive Business-Apps über das Web bereitgestellt. Für eine stark individuell gestaltete Verbraucher-App im Apple App Store oder bei Google Play ist ein anderes Werkzeug häufig besser geeignet.
Der Business-Tarif beginnt aktuell bei 199 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Darin sind laut Anbieter 30 Nutzer, 5.000 Updates und mehrere geschäftliche Datenquellen enthalten. Zusätzliche Nutzer und Updates werden separat berechnet.
FlutterFlow für individuelle mobile Business-Apps
FlutterFlow eignet sich für Unternehmen, die eine individuell gestaltete Anwendung für Android, iOS und gegebenenfalls das Web entwickeln möchten. Die Plattform unterstützt Firebase, Supabase, APIs, visuelle Logik, Zustandsverwaltung und eigene Code-Erweiterungen.
Im Unterschied zu klassischen internen App-Baukästen bietet FlutterFlow mehr Kontrolle über Oberfläche, Navigation und mobile Funktionen. Damit lassen sich Kundenportale, Buchungsanwendungen, Service-Apps und mobile Vertriebswerkzeuge umsetzen.
Der zusätzliche Gestaltungsspielraum verlangt eine gründlichere technische Planung. Datenmodelle, Authentifizierung und App-Zustände müssen sauber aufgebaut werden. FlutterFlow ist daher nicht automatisch die einfachste Lösung, bietet aber mehr Möglichkeiten für ein eigenständiges digitales Produkt.
Der Basic-Tarif kostet aktuell 39 US-Dollar pro Monat und umfasst unter anderem Code- und APK-Download sowie App-Store-Bereitstellung. Teamfunktionen, GitHub-Integration und zusätzliche Entwicklungsumgebungen sind in höheren Tarifen enthalten.
Bubble für komplexere Web- und Plattformlösungen
Bubble verbindet visuelles Design, Datenbank, Anwendungslogik, Hosting und API-Integrationen in einer Plattform. Dadurch eignet sich das System für Kundenportale, Marktplätze, SaaS-Anwendungen und andere komplexere Webprojekte.
Workflows können Nutzerregistrierungen, Zahlungsabläufe, geplante Aufgaben und Datenverarbeitung steuern. Web- und mobile Anwendungen können laut Bubble dieselbe Datenbank und Backend-Logik verwenden.
Bubble bietet inzwischen auch einen nativen Mobile-App-Builder für Android und iOS. Die offizielle Funktionsseite kennzeichnet diesen Bereich weiterhin als Beta. Der aktuelle Entwicklungsstand sollte deshalb vor einem langfristigen Business-Projekt erneut geprüft werden.
Die Plattform bietet viel Flexibilität, führt aber zu einer stärkeren Abhängigkeit vom Bubble-System. Ein vollständiger Export der Anwendung als unabhängig weiterentwickelbares Projekt ist nicht mit dem Code-Export von FlutterFlow gleichzusetzen.
Welche Plattform passt zu welchem Unternehmen?
AppSheet ist häufig sinnvoll, wenn Google Workspace und strukturierte Tabellen bereits den Arbeitsalltag bestimmen. Power Apps bietet sich für Unternehmen an, die ihre Prozesse in Microsoft 365 und Dataverse integrieren möchten.
Glide eignet sich für schnell umsetzbare interne Tools mit überschaubarer Logik. FlutterFlow passt besser zu individuell gestalteten Kunden- oder Service-Apps, die in den App Stores erscheinen sollen. Bubble ist eine Option für komplexere Portale und Plattformmodelle mit eigener Datenbank und umfangreichen Workflows.
Neben den Funktionen müssen Unternehmen die Preisstruktur prüfen. Manche Anbieter rechnen pro Nutzer ab, andere nach Teamgröße, Nutzung, Workload oder Plattformtarif. Eine zunächst günstige Lösung kann bei vielen Nutzern oder Datenänderungen deutlich teurer werden.
Fazit: Bestehende Systeme bestimmen häufig die Auswahl
Die beste No-Code-Plattform für Business-Apps lässt sich nicht unabhängig von der vorhandenen IT auswählen. AppSheet spielt seine Stärken in Google-Umgebungen aus, Power Apps in Microsoft-Strukturen. Glide ist für schnell aufgebaute interne Werkzeuge geeignet.
FlutterFlow bietet mehr Freiheit für mobile Business-Apps mit eigenständigem Design. Bubble eignet sich für umfangreiche Webplattformen, bringt aber eine stärkere Bindung an das eigene Ökosystem mit.
Definieren Sie vor der Entscheidung Nutzerrollen, Datenquellen, Schnittstellen und erwartete Nutzerzahlen. Testen Sie den wichtigsten Prozess anschließend in zwei passenden Plattformen. So zeigt sich früh, welche Lösung technisch, organisatorisch und wirtschaftlich zum Unternehmen passt.
Über den Autor

Geschäftsführer
Als Geschäftsführer bei Suited Technologies entwickelt Maximilian Bengs Digitalisierungsstrategien für KMUs.